14. Tag (08. September 2000)

Picton - Ducks Cottages

Picton - Lake Ontario

Ich will nach Kingston einer kleinen historischen Stadt an St. Lawrence River um dort die letzten zwei Tage zu verbringen bevor ich letztendlich nach Montreal fahre. In Kingston jedoch ist das Hostel voll und das Ford Henry hat einen so unverschämt hohen Eintrittspreis, dass dies auch flachfällt. Nach einem kurzen Telefonanruf im 50km entfernten Picton bekomme ich dort eine Übernachtungsmöglichkeit, so dass ich mich nun ein bisschen in Kingston umschauen werde und dann nach Picton fahre. Ich schlendere durch die Stadt, überlege noch kurz ob ich eine Bootsfahrt machen soll, aber ich habe keine große Lust darauf. Die historischen Steinhäuser hier sind wirklich sehr schön. Später setzte ich mich einfach noch an das Ufer des St. Lawrence Rivers, lese ein Magazin und lasse mir den Wind um die Nase streichen.

Diese sehr englisch geprägte Region ist überwiegend von den „Loyalisten“ der Britischen Krone besiedelt worden, nachdem sie aus den USA infolge der Unabhängigkeitskriege geflohen sind. Interessant zu erfahren war auch das der Bevölkerungsanteil im heutigen Kanada immer noch beachtlich, und der Einfluss der „Loyalisten“ weiterhin sehr groß ist.

Gegen Nachmittag fahre ich in Richtung Picton. Die Straße folgt dem Ufer des Lake Ontario. Schließlich erreiche ich die Fähre mit der ich auf Prince Edward Island nach Picton übersetzen muss. Dort erlebe ich noch eine Überraschung. Duck’s Dive & Cottages liegt nur 30min Fahrt außerhalb des Städtchens „in the middle of nowhere“. Es ist jedoch ein Cottage, so dass ich ein kleines Häuschen ganz für mich alleine habe. Bei der Ankunft werde ich gleich hereingebeten und mir überraschenderweise gleich ein Bier angeboten. Es ist nämlich hauptsächlich ein Stützpunkt für Taucher und die Cottages nur so nebenherlaufen. Wenig später kommen noch einige Leute aus der Gegend von Toronto vorbei, die übers Wochenende zum Tauchen hierhergekommen sind. Wracktauchen ist hier in den Großen Seen sehr populär, weil alle Schiffswracks aus den letzen 150 Jahren noch sehr gut erhalten sind. Das Süßwasser der Seen ist eben erheblich weniger aggressiv als Meerwasser. Mir werden auch gleich Videos über einige sehr spektakuläre Wracks hier an der Küste gezeigt und im Verlauf des Abends höre ich mir all die wunderbaren Tauchgeschichten an, bis irgendwann später wir uns alle zum Schlafen auf den Weg in unsere Cottages machten.