12. Tag (06. September 2000)

Algonquin - High Falls

Algonquin - High Falls

Heute will ich nochmals in den National Park fahren um dort eine Wanderung zu machen. Deshalb bin ich mal wieder recht früh unterwegs, denn für die verbleibenden 50km bis zum Parkplatz brauche ich eine Stunde. Es ist kaum jemand zu sehen. Ich mache mich auf dem Weg zu „High Falls“. Der Weg führt zuerst am Ufer eines der zahllosen Seen entlang, aus dem am frühen Morgen Nebel emporsteigt und sich die Wolken auf der glatten Wasseroberfläche spiegeln. Dies verbreitet eine eigenartige Stimmung der „Einsamkeit“. Zum Glück steigt die Sonne nun höher und es wird merklich wärmer. Der Weg führt einen Hügel hinauf auf dessen anderer Seite der See liegt aus dem das Wasser über die „High Falls“ abfließt. Es sind noch zwei Kanufahrer unterwegs die vermutlich auch dort hinwollen.

Wenig später im dichten Wald huscht ein Schatten an mir vorbei. Als ich leise wenige Schritte weiterlaufe sehe ich auf einem Ast, nur wenige Meter von mir entfernt eine Eule sitzen. Mit ihren großen schwarzen Augen schaut sie mich lange an und verschwindet danach mit wenigen Flügelschlägen in den Bäumen.

Kurz darauf, gegen Mittag erreiche ich „High Falls“. Herrlich gelegen zwischen kahlen Felsen fließt das Wasser von einem natürlichen Becken zum Nächsten ab. Letztendlich stürzen die Wassermassen in die Tiefe um dort sich in einem neuen See zu sammeln. Hier treffe ich überraschenderweise auch wieder auf andere Menschen, die jedoch hierher gepaddelt sind. Ich liege eine Stunde in der Sonne, esse noch etwas zu Mittag und mache mich anschließend wieder auf den Rückweg zu Auto. Auf dem Weg dorthin treffe ich noch auf einen Deutschen, der sich nur für ein paar Tage geschäftlich in Kanada aufhält und für drei Tage in den Algonquin Park gekommen ist. Wir unterhalten uns eine ganze Weile und ich merke gar nicht wie die Zeit vergeht. Jetzt muss ich mich ein bisschen beeilen, da ich heute noch vor habe nach Ottawa zu fahren und die Reservierung im Hostel nur bis 20.00Uhr aufrechterhalten wird.

Das habe ich mir fast gedacht. Der Backpacker ist zwar nett und die vielen Leute natürlich auch, aber insgesamt ziemlich vollgestopft und beengt. Trotzdem will ich zwei Nächte bleiben. Wenig später gehe ich erst einmal auf ein Bier in eine der zahllosen Kneipen hier gleich um die Ecke. Die Kneipen und Restaurants sind gemütlich eingerichtet und die Menükarte zeigt eine Vielfalt, die sehr ansprechend ist.