10. Tag (04. September 2000)

Brigham River

Esprite Rafting - Quebec

Nach einer angenehmen Nacht und guten Frühstück hier in der Lodge habe ich mich doch dazu entschlossen ein Kanu zu mieten und auf den Seen des Parks paddeln zu gehen. Ich war erst ein bisschen skeptisch ob ich in der Lage bin das Kanu alleine zu schleppen und am Schluss wieder aufs Auto zu laden.

Die Fahrt mit dem Kanu auf dem Dach ist ganz lustig gewesen, ein scheues Reh konnte ich auf der Straße auch noch sehen und als ich schließlich am Parkplatz angekommen bin habe ich erst einmal das Kanu vom Dach gewuchtet und zum Wasser getragen. Ich habe zwar das „leichte“ Kevlar Model genommen, aber meine Schultern spüre ich jetzt schon. Als schließlich alles eingeladen war und ich das Kanu zu Wasser gelassen hatte paddle ich los. Die Sonne scheint, der Brigham River ist spiegelglatt, eine Strömung kaum spürbar und ich bin der Einzige auf dem Fluss. Die Stille ist unheimlich, jedes kleine Eintauchen des Paddels ist klar zu hören, selbst ein Echo von den Felswänden ist zu vernehmen. So geht es weiter den Fluss hinunter, ich überquere den kleinen Brigham Lake und erreiche die erste Tragestrecke, welche einfach zu bewältigen war. Wenig später erreichte ich die längste Tragestrecke für heute. Fast einen haben Kilometer musste ich das Kanu an Wasserfällen und Flachwasserstellen vorbeitragen, was ziemlich an meine Kondition ging.

Der nun folgende Flussabschnitt entschädigte jedoch für die vorangegangene Knochenarbeit, denn der Fluss erstreckte sich in einem tiefen Canyon. Vorbei an beeindruckend hohen Felswänden paddelte ich weiter stromabwärts. Am Ufer treffe ich auf die ersten Leute die dort ihren Mittag verbringen. Ich entschließe mich, nachdem der Canyon wieder einer weiten Flusslandschaft gewichen ist am nächsten Camp Ground meine Mittagspause einzulegen und die mitgebrachte Verpflegung zu vernichten.

Eigentlich wollte ich den Fluss weiter hinunterfahren und dort an einem Parkplatz auszusteigen und mich durch irgendjemand zum Auto zurück fahren zu lassen. Da jedoch so wenige Leute unterwegs sind ist es wohl das Beste wieder zum Auto zurück zu paddeln, weil auf eine lange Wartezeit am Parkplatz habe ich keine Lust.

Der Wind wäre gar nicht so übel, wenn er nicht mehrfach mein Kanu einfach um 180 Grat dreht ohne dass ich die Richtung halten kann oder mich das eine und andere Mal ans Ufer drückt. Das Einzige was ich dagegen tun kann ist zu warten bis er nachlässt. Nun bin ich ziemlich fertig und froh, dass ich mein Kanu wieder auf dem Autodach festgezurrt habe. Die letzten paar hundert Meter haben sich ganz schön in die Länge gezogen. Es war aber ein supertoller Tag und ich falle zufrieden und müde ins Bett.