8. Tag (10. Oktober 1999)

Cape Reinga

Cape Reinga to Tokyo?

Cape Reinga - Te Paki

Ninty Miles Beach

Ninty Miles Beach

Mit dem „Cape Runner“ sind wir heute morgen aufgebrochen zum Cape Reinga, an die äußerste Nordspitze Neuseelands. Wir fahren zuerst durch einen künstlichen, auf den Dünen ange-pflanzten Wald. Vor 30 Jahren war der Sand vom Wind schon so weit ins Land getrieben wor-den, daß unbedingt etwas geschehen sollte. So beschlossen die Kiwis einen der größten künst-lichen Wälder zu schaffen der sich fast die ganze Westküste bis zum Cape erstreckt. Nachdem wir noch einige Leute an einem Resort aufgenommen haben führen wir zurück auf den State Highway. In Houhora haben wir am Wagener Museum angehalten. Es ist eine ehemalige Farm und war im letzten Jahrhundert die älteste Behausung so weit im Norden. Heute beherbergt sie ein Museum, welches wirklich klasse ist. Ich muß schon sagen, daß ich sehr überrascht war wie-viel tolle alte Dinge dort zu sehen waren. Normalerweise sind solchen Museen Down Under sehr bescheiden, dieses hatte jedoch sehr viele, zum Teil auch skurrile Exponate. Speziell die vielen voll funktionsfähigen Schreibmaschinen aus dem vorigen Jahrhundert. Nach der Früh-stückspause, in der ich noch einem Freund in Deutschland telefonisch zu seiner Hochzeit gratu-liert habe, und wir ausgiebig den Blick über den natürlichen Hafen schweifen ließen ging es wei-ter.
Den nächsten Stop legten wir an einem weißen Strand ein, dessen Sand so fein was das er beim Laufen unter den Füßen quietschte. An solchen Orten könnte ich einfach nur dasitzen und die Stunden verstreichen lassen. Unsere Gruppe ist jedoch wieder aufgebrochen und hat die Exhi-bition Bay wieder verlassen um weiter nach Norden zu fahren. Die Straße führte durch die hü-gelige Landschaft und jedesmal wenn der Bus wieder eine Hügelspitze erklommen hatte waren die schneeweißen Dünen des Parengarenga Habors zu sehen der sich östlich erstreckte. Diese Farbe stand im krassen Gegensatz zum rostroten Vulkangestein direkt neben der Straße. Kurz bevor wir nun das Cape Reinga erreicht haben machten wir noch eine Rast am Tapotupotu Beach um unsere Sandwich zum Mittag zu essen. Anschließend sind wir schließlich am Cape gewesen, wo sich der Pacific Ocean und die Tasman Sea treffen. Die unterschiedlichen Richtun-gen in die sich die Wellen bewegten waren deutlich zu erkennen und an der Stelle wo sie zu-sammentrafen war das Meer weiß durch die Gischt der ineinander krachenden Brecher. Au-ßerdem ist es immer wieder faszinierend an einem Ort zu stehen der ein Stück weit das Ende der Welt symbolisiert. An einem Ort von dem es aus in 3 Richtungen für Tausende von Kilome-tern nur Wasser gibt und das nächste Land gleich ein anderer Kontinent ist!
Nach einer viel zu kurzen Zeit am Cape ging es auf dem Rückweg zum Ninety Mile Beach. Schon allein der Weg zum Strand war abenteuerlich, denn um überhaupt auf den Strand zu kommen muß man durch den Flußlauf des Te Paki fahren! Schon ein eigenartiges Gefühl! Zwischendurch haben wir noch angehalten und sind mit einem Schneebob die Sanddünen hinuntergerutscht, was großen Spaß machte. Schließlich erreichten wir mit dem Bus den unglaublichen Ninety Mile Beach. Unser Tourguide grub als erstes noch ein paar Muscheln aus dem Sand aus und öffnete sie fachgerecht, so daß wir sie probieren konnten. Eine Delikatesse kann ich nur sagen. Leider weiß ich nicht mehr um welche Muscheln es sich handelte, jedoch war ihr Fleisch recht süß. Von nun an ging unserer Fahrt einfach nur den Strand hinunter, der hier mehr oder weniger offiziell als Highway ausgewiesen ist. Wir kamen auf dem Stand wesentlich zügiger voran als auf der kurvigen und hügeligen Straße. An einem weiteren Stop sind wir über eine meterdicke Schicht von Muschelschalen zu einem Riff hinausgelaufen. Die Wellen krachten mit Wucht gegen die Felsen und ich hätte diesem Schauspiel wiederum wesentlich länger zusehen können als unsere Gruppe dazu Zeit hatte. Als es weiter ging konnten wir noch die Möwen beobachten, wie sie Muscheln zum Öffnen immer wieder in die Höhe trugen um sie fallen zu lassen. Auch ein Wild-pferd ist unserem Fahrer aufgefallen und als wir anhielten und uns vorsichtig den Dünen näher-ten konnten wir eine ganze Gruppe in unmittelbarer Nähe beobachten wie sie mit den jungen Fohlen durch die Dünen zogen.
Als wir mit dem Bus nach über einstündiger Fahrt den Strand wieder verlassen haben wurde dieser erst einmal an einem Bus-wash gründlich vom Salz befreit, so daß es für uns noch einen Stop gab und Walter und ich uns ein Eis gönnten. Auf der Rückfahrt nach Kaitaia besuchten wir noch das Ancient Kauri Kindom. Hier werden aus antiken Kauristämmen, die schon älter als 30.000 Jahre sind wunderschöne Schnitzereien hergestellt und verkauft. Unter anderem befin-det sich im Verkaufsraum ein Stamm in den die Treppe in den ersten Stock hineingearbeitet wurde. Man steigt also die Treppen im Stamm zum nächsten Etage hoch! Anschließend ging en endgültig zurück nach Kaitaia und ein unglaublich schöner und ereignisreicher Tag ging zu Ende.