5. Tag (07. Oktober 1999)

Bay of Islands

Bay of Islands

Auf geht‘s zu unserem Segeltrip durch die Bay of Islands! An Bord der „She’s a Lady“ sind wir gerade fünf Leute die es wagen. Die Jacht nimmt Kurs auf die andere Seite der Bucht, Richtung Russel wo der Wind besser ist. Kurz nach dem Auslaufen erhielt unser Skipper einen kurzen Telefonanruf mit der Nachricht das zwei weitere Leute an Bord kommen wollen. Kurz darauf steuerte auch schon ein kraftstrotzendes Jetboot in voller Fahrt auf die „She’s a Lady“ zu und hat kurzerhand die zwei angekündigten Leute gebracht.
Mit einer guten Brise und unter Vollzeug laufen wir Richtung Offene See. Ich sitze am Bug und lasse mir den Wind um die Nase wehen, während Walter am Ruder steht und unser Boot auf Kurs hält. Wir machen gute Fahrt, einzelne Inseln, Buchten und einige Boote in der Ferne zie-hen langsam an uns vorbei. Wir sind nun mitten in der Bay of Islands, kreuzen zwischen den Inseln und laufen Waewaetorea an. In einer windgeschützten Bucht vor einem herrlichen Strand gehen wir vor Anker. Nachdem die Kette in die Tiefe gesaust ist gibt es für uns erst ein-mal Lunch. Anschließend fahren wir mit dem kleinen Beiboot an den Strand. Von dort führt ein schmaler Pfad durch kniehohes Gras auf den Gipfel dieser Insel. Es fängt nun leicht, und wenig später stärker an zu Regnen, was uns jedoch nicht hindert weiter dem Gipfel entgegen zu ge-hen. Als man oben angekommen ist eröffnete sich ein ausgezeichneter Blick hinüber zu den umliegenden Inseln und Buchten. Die vom Wind getriebenen Wolken und die Regenschauer tauchen die Szene in eine ganz eigenartige Atmosphäre. Tief unter uns krachen die mächtigen Brecher des Pazifiks an die Felsen und am Horizont heben sich die Kontur der Küstenlinie nur schwach vom Grau des Himmels ab. Als wir den Abstieg hinter uns hatten und den Strand wie-der erreichten ergoß sich ein kurzer aber heftiger Schauer über uns. Unsere Gruppe flüchtete sich unter einen Felsvorsprung und beobachteten das Treiben der Möwen denen der Regen nichts auszumachen schien. Anschließend gingen wir wieder an Bord der Jacht und nahmen wieder Kurs auf Paihia. Auf der Rückfahrt kamen wir in schlechtes Wetter und jeder an Bord streifte sich das vorhandene Ölzeug über. Der Skipper wollte den Leuten nach einer Stunde „Kap Horn Feeling“ etwas Gutes tun und ging zum Kaffeekochen. Derweil übernahm ich das Ruder und versuchte auch bei schlechter Sicht den Kurs zu halten, als uns plötzliche eine heftige Windböe erfaßte. Die „Lady“ bekam heftige Schlagseite, lief außer Kurs, was ich trotz voll einge-schlagenem Ruder nicht verhindern konnte. Nach meinen verzweifelten Rufen kam der Skipper aus der Kajüte, ließ den Kaffee Kaffee sein und raffte erst einmal Segel um der Schlagseite Herr zu werden, was ihm auch sehr schnell gelang. Der Kaffee war danach immer noch in der Kanne und wir genossen einen warmen Schluck, denn als wir im Hafen von Paihia ankamen waren alle doch ziemlich naß aber happy nach einem tollen Tag auf See.
Im Backpacker sind gerade zur etwa gleichen Zeit zwei Engländer vom Fischen zurückgekommen und hatten herrliche Fische mitgebracht. Tina, die Holländerin hat mit ihnen geredet und einen Fisch abbekommen, den wir anschließend in die Pfanne gehauen haben. Mit ein paar Zutaten und einem guten Wein ergab sich ein üppiges Abendessen welches den Tag im richtigen Rah-men ausklingen ließ.