26. Tag (28. Oktober 1999)

Shimbashi - Tokyo

Kamakura

Kamakura

Kamakura

Es geht nach Süden, wir verlassen Tokyo und fahren sogar an Yokohama der großen Hafenstadt vorbei nach Kamakura. Für einen kurzen Augenblick ist sogar der Mt. Fuji aus dem Zugfenster zu sehen der klar zwischen dem Häusermeer auftaucht und mit seiner schneebedeckten Krone uns begrüßt. Kamakura war eine Kaiserstadt im 13. JH, Japan wurde von hier aus durch den Ho-jo Clan regiert. Als erstes schauen wir uns den Hachiman-gu Shrine an, der einer der größten Tempel in Kamakura ist. Wir durchschlendern die Anlage, sind begeistert von der Architektur und verstehen doch so wenig von dem was dahintersteckt. Weiter folgen wir der „Avenue“ bis zum Haupteingang der Anlage an dem die Arche Bridge steht, die in solch einen steilen Bogen einen Bach überspannt das man sich die Frage stellt wie die Menschen früher diese Brücke wohl mit einem Wagen benutzen konnten. Danach haben wir den Jufukuji Shrine passiert und sind auf einen Berg hinaufgegangen, haben dort das Denkmal des Shoguns betrachtet und den Kuzuharaoka Shrine uns angeschaut, der jedoch nicht unbedingt ein „Muß“ darstellt. Über ei-nen Höhenweg haben wir uns nun auf den Weg gemacht um die Statue des Great Budda zu besichtigen. Zwischendurch gab es zudem noch einen tollen Aussichtspunkt von dem der Mt. Fuji deutlich, und zum Greifen nahe zu sehen war. Wow! Der Fuji in seiner ganzen Pracht und erhabener Krone. Es ist kein großes Wunder das dieser Vulkan ein heiliger Berg ist. Jedenfalls sind wir letztendlich am Great Budda angekommen und haben uns zu dessen Füßen eine etwas längere Pause gegönnt. Es ist nämlich eine der ganz wenigen Budda Statuen die unter freiem Himmel stehen. Dies war jedoch hier auch nicht immer so, aber schon vor langer Zeit hat ein großes Erdbeben das Haus zerstört und den Budda von seinem Sockel gestoßen. Die Statue jedoch ist unversehrt geblieben und man baute das Haus nicht mehr auf. Seit dieser Zeit gab es mehrere Erdbeben die zu diversen Beschädigungen führten, jedoch die Statue selbst wurde nie im Mitleidenschaft gezogen.
Hier trafen wir auch die Kanadierin wieder die wir schon heute morgen an einem anderen Shri-ne kennengelernt haben. Wir unterhielten uns ausgiebig über Kanada, Japan und dem Reisen in diesem Land. Dabei habe ich mal wieder festgestellt das ich unbedingt einmal nach Canada rei-sen muß.
Zum Schluß unseres Ausflugs nach Kamakura haben wir uns noch den Hase Kannon Tempel be-sucht, der sicherlich zu einem der prunkvollsten des Landes gehört. Schon allein die Größe des Tempels ist enorm. Der Ausblick auf das Meer war sehr schön und ein toller Abschied von der alten Kaiserstadt.
Auf dem Rückweg nach Higashi-Matsujama habe ich noch eine Pause in Ikebukuro eingelegt und bin nochmals in das Getümmel der Großstadt abgetaucht. Walter ist direkt nach Higashi gefahren, so daß ich alleine unterwegs war. Im riesigen Kaufhaus direkt am Bahnhof entdeckte ich noch einen ganz besonderes Antiquitäten Geschäft. Die zum Kauf angeboten Antiquitäten habe ich vorher nur in europäischen Schlössern gesehen. Die Preise waren dementsprechend hoch, die Auswahl jedoch erstaunlich vielfältig. Man könnte fast meinen die Adligen verhökern hier ihr Erbe. Als ich danach wieder auf der Straße war setzte ich mich einfach auf eine Bank und betrachtete das Treiben auf der Straße dieser Metropole. Ich kann es noch gar nicht fassen das ich morgen schon wieder auf dem Weg nach Europa sein soll. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell.
Abends, als ich wieder in Higashi zurück war sind wir alle zusammen noch in die japanische Stammkneipe der Deutschen hier gegangen, haben bis spät in die Nacht gegessen und noch ein paar japanische Biere getrunken.