24. Tag (26. Oktober 1999)

Asakusa - Tokyo

Asakusa - Tokyo

Asakusa - Tokyo

Azuma Bridge; Komagata Bridge; Umaya Bridge; Kuramae Bridge; JR Soubu Line Ryogoku Bridge; Shinohashi Bridge; Kiyosu Bridge; Sumidagawa Ohashi Bridge; Eitai Bridge; Chuo-Ohashi Bridge; Tsukuda-Okashi Bridge; Kachidoki Bridge

Wir sind auf dem Weg nach Tokyo, steigen gleich mehrfach an den großen Stationen der Stadt um und erreichen nach fast 2 Stunden Asakusa. Hier scheint es so als wenn wir mitten in der pulsierenden Metropole drinstecken. Es sind überall Leute und Geschäfte. Nachdem uns die unterirdischen Gänge der U-Bahn an die Oberfläche gespült haben stehen wir mitten in der Nakamise-dori Einkaufsstraße die wir nun durchqueren und uns dem Senso-Ji Tempel nähern, der mit seinem mächtigen Thunder Gate fast wie aus dem Nichts auftaucht. Japan so wie man es sich vorstellt. Das Gate wird vom Gott des Donners und des Winds bewacht. Als wir durch-gegangen sind erstreckte sich zu unserer Linken eine fünfstöckige Pagode. Echt beeindruckend! Viele Japaner aus dem ganzen Land sind hier und zünden massenweise Räucherstäbchen an. Die ganze Luft ist voll davon. Der Tempel selbst wurde in seiner heutigen Form 1950 erbaut, ist also nicht sehr alt, jedoch steht an dieser Stelle schon seit 628 ein goldenes Bildnis des Buddhis-ten Kannon, welches der Legende nach damals von zwei Fischern aus dem nahegelegenen Fluß Sumida-gawa gefischt wurde. Auf diesem Tokyo durchquerenden Strom machten wir anschlie-ßend eine Bootfahrt flußabwärts und unterquerten in einer halben Stunde zahlreiche wunder-schöne Brücken, die majestätisch den Fluß überspannen. Die Ufer sind dagegen nicht gerade sehr anschaulich, obwohl wir den ältesten Teil Tokyos passieren, zeigt jedoch die größte Prob-lematik der Stadt. Platz! Wir verlassen das Boot am Hamarikyu-teien Garten und durchstreifen den kleinen, aber sehr schönen Park. Dieser ist von einem Shogun der Edo Dynastie nur aus einem Grund angelegt worden. Zur Entenjagd! Wir laufen zur Shinbushi Station und fahren mit der Yamanotte Line, die in der Rushhour nun sehr voll ist nach Shinjuku, dem modernen Zent-rum Tokyos. In dem wohl höchsten Rathaus der Welt fahren wir zum Observation Deck hinauf. Es bietet sich ein toller Blick über die Stadt, deren Grenzen am Horizont noch immer nicht zu sehen sind. Den Fujiama kann man von hier oben auch sehen, so sagt man uns aber heute hat der Smog die Stadt fest in seinem Griff. Wir verbringen eine ganze Weile hier und warten auf das Einbrechen der Nacht und dem Erstrahlen des riesigen Lichtermeers tief unter uns.
Nachdem wir mit dem Aufzug nach unten gefahren sind und uns wieder im Gewimmel der Stra-ßen befinden begeben wir uns östlich des Bahnhofs in das Einkaufsviertel von Shinjuku. Überall grelle Lichter, Autos, Motorräder und Menschen. Es ist Haupteinkaufszeit. In den großen, ele-ganten Kaufhäusern herrscht jedoch eine angenehm ruhige Atmosphäre. Wie ich im Allgemei-nen schon festgestellt habe gibt es zwar überall sehr viele Menschen, speziell in den Zügen, jedoch herrscht kaum Hektik wie wir sie kennen. Man sieht nur sehr wenig Leute durch die Straßen rennen und es ist jederzeit möglich stehen zu bleiben ohne dass man von der großen Masse angerempelt oder gar mitgerissen wird. Bevor wir uns wieder auf den Weg nach Higashi-Matsujama gemacht haben sind wir noch durch das Rotlicht- und Amüsementviertel geschlen-dert. Es war mal abgesehen von den vielen bunten Lichtern nicht sehr viel los um diese Zeit. Später wird sich dies sicherlich ändern, aber so lange wollen wir nun doch nicht warten zumal noch über eine Stunde Zugfahrt auf uns warten. Zu Hause bei Torsten haben wir schließlich den Tag bei einem guten japanischen Bier beschlossen.