2. Tag (04. Oktober 1999)

Die Nacht ist vorüber und in einer Stunde landen wir in Japan, dem Land der aufgehenden Son-ne. Neben uns im Flieger sitzt ein Paar aus Hamburg. Er ist im Auftrag des Verkehrsministeri-ums auf dem Weg zu einer Konferenz über Sicherheit in der globalen Seeschiffahrt die in Tokyo stattfindet. Wir haben uns sehr angeregt unterhalten und ich konnte einigen Neuigkeiten er-fahren die in der Öffentlichkeit eigentlich nicht so sehr bekannt sind. Die Zahl der Schiffsunglü-cke auf den Weltmeeren ist seit Jahren fallend und ich wußte auch nicht, daß jedes Schiffsun-glück wie in der Luftfahrt durch Speziallisten weltweit untersucht werden. Schließlich kamen wir noch auf die Pallas zu sprechen, das Schiff welches vor einigen Monaten vor der deutschen Nordseeküste gestrandet ist. Er vertrat die Ansicht das die ganze Diskussion die in den einzel-nen Medien stattgefunden hat einfach eine völlig falsche Darstellung der Situation ist und nur widergespiegelt das die Leute wenig Ahnung von der Seefahrt haben, denn die Pallas wäre nämlich unter den herrschenden Umständen schon frühzeitig hoffnungslos verloren gewesen.
Wir sind nun auf dem Narita Airport, es wird dunkel und unser nächster Flug läßt noch ein paar Stunden auf sich warten. Wir sitzen im einzigen Cafe des Airports und versuchen die Zeit tot zu schlagen, da der ganze Airport nicht sehr viel zu bieten hat. Man kann es kaum glauben das eine Weltmetropole wie Tokyo einen solch langweiligen Airport besitzt, der auch noch so wenig ein-ladend ist. Vielleicht hat dies auch mit der japanischen Inselmentalität zu tun. Aber ich spekulie-re nur.