11. Tag (13. Oktober 1999)

Coromandel Town

Bay of Islands - Russell

Coromandel - Waterwork

Am morgen haben wir uns auf den Weg zur Driving Creek Railway gemacht, die wir uns heute anschauen und mit der wir fahren wollen. Es ist eine Schmalspurbahn die ein Töpfer in absolu-ter Handarbeit in den Regenwald gebaut hat um den Ton den er braucht leichter aus dem Wald transportieren zu können. Es ist eigentlich kaum vorstellbar das die ganzen Ausschachtungen, Brücken und Tunnels, sowie der ganze Schienenstrang Handarbeit ist. Die Bahn führt den hinter der Töpferei liegenden Hang hinauf, teilweise sogar im Zig-Zack, so daß der Zug mal vorwärts und gleich darauf wieder rückwärtsfährt. Der Regenwald reicht sehr nahe an die Schienen her-an, es sind gewaltige Farne und jede Menge einheimische Bäume zu sehen, so auch der für Neuseeland berühmte Kauri Tree. Oben am Ende der Bahnstrecke angekommen erwischte uns ein kurzer Regenschauer und schränkte die sonst sicherlich tolle Aussicht ein wenig ein. Auf der Rückfahrt konnten wir nochmals die in zweijähriger Bauzeit entstandene Doppelstockbrücke bewundern und auch die Hangabstützungen die aus Tausenden von leeren Flaschen bestehen.
Nachdem wir wieder im Hostel zurück waren hat uns Richard, der Manager des Backpackers gegen Nachmittag zum Anfang des Castle Rock Track gefahren, dem wir anschließend bis auf dessen Gipfel gefolgt sind. Er liegt ungefähr 10km vom Backpacker entfernt und es war sehr nett von Richard uns zu fahren. Auf dem Rückweg müssen wir mal sehen wie wir zurückkom-men. Der Weg zum Gipfel steigt steil durch dichten Regenwald bergan. Der ist zudem sehr schlammig und es tropft überall von den Bäumen aufgrund des Regens letzte Nacht. Oben am Gipfel angekommen konnten wir noch einen kurzen Blick auf die Linien der West- und Ostküste der Coromandel erhaschen bevor es schlagartig zuzog und zu regnen begann. Wir standen in-nerhalb weniger Minuten auf dem „Dach der Welt“, da um uns herum nur noch Wolken in ei-nem strahlenden Weiß zu sehen waren. Wir beschlossen wegen des doch sehr kühlen Winds uns wieder auf den Rückweg zu machen. Als wir den nun sehr rutschig gewordenen Weg hinun-ter gingen mußte ich feststellen, daß es eigentlich kein großes Problem ist im Regen unterwegs zu sein, solange die Füße und der Kopf trocken und warm bleiben. Ich war jedenfalls ein weite-res Mal sehr froh an meinen Lederhut. Als wir kurz vor erreichen der Straße noch durch einen kleinen Bach waten mußten kam die Sonne wieder zum Vorschein und unsere Sachen waren schnell wieder trocken. Auf der berühmten Straße 309 sind wir anschließend noch ein Stück zu den Waiau Falls gelaufen. Auf dem Rückweg gab es danach die zweite Dusche von oben. Als wir jedoch die „Waterworks“ erreicht haben war die Sonne wieder da. Es ist schon erstaunlich wie-viel Dinge sich durch Wasser bewegen lassen. Selbst eine wassergetriebene Uhr gab es zu be-staunen. Zurück nach Coromandel Town haben wir schon nach kurzer Zeit eine Mitfahrgele-genheit bekommen und somit war der Weg nicht ganz so anstrengend.
Was wir morgen machen ist noch nicht ganz klar, eigentlich wollen wir nach Fletschers Bay, je-doch fahren die Busse in der Low Season nicht. Richard will dies für uns noch klären. Vielleicht haben wir ja Glück.