36. Tag (01. März 1999)

Taupo - Huka Fall

Crater of the Moon

Heute war so ein Tag den ich eigentlich nicht so mag. Es ist Spätnachmittag und ich sitze ziemlich fertig in einem Fast Food Laden, versuche mich wieder zu erholen und warte auf den Bus heute Abend nach Rotorura. Einfach zu viel Stress im Sightseeing Wahn!
Heute Morgen hat mir Vickys Mutter eine Mitfahrgelegenheit nach Taupo angeboten, weil sie sowieso hier hermusste. Jedenfalls war es sehr früh. So ging es gegen 6.30Uhr nach Taupo und eine Stunde später waren wir auch schon hier. Um die Zeit totzuschlagen bis die Geschäfte aufmachten bin ich erst einmal einen Kaffee trinken gegangen. Danach ging ich zur Busstation, klärte dort alles soweit, habe gleich eine Unterkunft in Roturua besorgt und bin auch gleich mein Gepäck losgeworden. Anschließend habe ich mir ein Fahrrad gemietet, weil ich dachte es wäre mal eine gute Idee die umliegenden Sehenswürdigkeiten per Rad anzufahren, weil ich keine große Lust darauf hatte in einem Tour Bus zu hocken. Im Übrigen ist es flexibler und ich konnte mir mehr Zeit nehmen, wenn ich wollte. So bin ich schließlich gegen 9.00 Uhr mit einem Helm „bewaffnet“ losgeradelt. Erst natürlich auf der falschen Seite der Straße, na klar, aber da sowieso kaum jemand unterwegs war spielte dies auch keine Rolle.
Als erstes fuhr ich einen Wanderweg am Waikato River entlang und kam zu den erwartet spektakulären Huka Falls. Der ganze Flusslauf zwängt sich durch ein enges Nadelöhr und fällt am Ende in die Tiefe. Von dort radelte ich weiter zum Crater of the Moon, einer Gegend in der überall Dampf aus dem Boden austritt und blubbernde Schlammpfützen zu sehen sind. Ein Rundweg führte einmal um, und durch das Gebiet. Im Vulcanic Aktivity Center wurden die ganzen thermischen Aktivitäten anschaulich an Schautafeln und verschiedenen Modellen erklärt. Das Geothermical Visitor Center war dagegen fast langweilig, hatte jedoch einen interessanten Film über geothermische Kraftwerke zu bieten. Gleich nebenan war solch ein Kraftwerk in natura zu bewundern und sah schon beeindruckend aus mit seinem riesigen Rohrleitung System und den aus den Kondensatoren austretenden Dampfwolken. Nachfolgend bin ich noch zu den Aratiatia Rapids gefahren um diese mir auch noch anzuschauen. Diese Stromschnellen sind einfach ein bisschen verrückt. Denn eigentlich existieren sie gar nicht mehr, weil ein paar Meter flussaufwärts vor Jahren ein Staudamm gebaut wurde und das ganze Wasser zurückhält und somit eigentlich kein Wasser mehr durch die Rapids fließt. Um nun aber die dummen Touris bei Laune zu halten wird drei Mal am Tag der Damm für eine halbe Stunde geöffnet, so dass man sich zu diesen Zeitpunkten die künstlich gefluteten Rapids anschauen kann. Der Weg dorthin war schon ein bisschen weit, aber es hat sich durchaus gelohnt und ich war immer noch im festen Glauben, dass ich in einer dreiviertel Stunde nach Taupo zurückfahren kann um das Rad wieder pünktlich abzugeben. Jedoch habe ich glatt unterschätzt wie weit man so vorwärtskommt, wenn man fast den ganzen Tag nur in eine Richtung fährt, zumal der Rückenwind auch angenehm geschoben hat. Um auf der Rückfahrt dem recht starken Wind aus dem Weg zu gehen fahre ich wieder den Wanderweg am Fluss entlang, der tolle Eindrücke bietet aber auch laufend steil hoch und runtergeht. An den Huka Falls wechsele ich auf die Straße, habe den Wind nun voll von vorne und die Straße steigt auch noch an. Es war der totale Horror! Jetzt schmerzen die Füße und ich kann mich kaum noch bewegen, aber es hat mir, nun nachdem die Quälerei vorbei ist, trotzdem gut gefallen.
Der Bus hat mich innerhalb einer guten Stunde nun nach Rotorura gebracht und ich bin im Funky Green Backpacker angekommen. Es ist ein lockerer Backpacker mit netten Leuten. Im Kühlschrank gibt es Bier und an diesem Abend genehmige ich mir eines, zumal ich noch Alex kennengelernt habe. Er kommt aus Untertürkheim und ist mit dem Motorrad unterwegs.