35. Tag (28. Februar 1999)

Tongariro Crossing

Tongariro Crossing

Tongariro Crossing

Tongariro Crossing

Tongariro Crossing

Der Wecker rasselt, ich schaue aus dem Fenster und sehe einen wolkenlosen Himmel. Damit seht heute der Wanderung nichts mehr im Weg! Heather und ich nehmen den Shuttle Bus und fahren zum Tangariro National Park. Das Tangariro Crossing ist vermutlich die schönste Wanderung in ganz New Zealand. Der Weg führt durch ein aktives Vulkangebiet und es ergeben sich schon auf der Hinfahrt tolle Ausblicke. Auf der Westseite des Vulkans, an welcher der Track beginnt hat es zwar noch viele tiefhängende Wolken, aber die Vulkangipfel sind frei und es wird ganz bestimmt ein toller Tag.
Am Startpunkt an der Mangatepopo Road haben sich schon Gruppen von Wanderern eingefunden die sich auf den Weg machen wollen, der erst leicht ansteigt aber nach einer Stunde Fußmarsch zum Mangatepopo Sattel am South Crater steil ansteigt. Nachdem wir diesen Abschnitt hinter uns lassen durchqueren wir den South Crater um auf der anderen Seite den Kraterrand des Mt. Tangariro zu erklimmen, den höchsten Punkt des Tracks. Hier zweigt der Weg zum eigentlichen Gipfel des Mt. Tangariro ab zu dem wir noch laufen wollen. Der Weg zum Gipfel ist sehr einfach zu gehen und steigt nur sehr leicht an. Der Ausblick von dieser Seite des Vulkankraters ist desto besser. Von dort ist auch der gewaltige Mt. Ruapehu zu sehen, der erst vor zwei Jahren das letzte Mal ausgebrochen ist. Auch die Aussicht auf den Ngauruhoe Vulkan ist phantastisch. Da dieser Vulkan noch sehr jung ist, ist sein Kegel noch absolut symmetrisch und sieht sehr beeindruckend aus.
Als wir nach unserem Frühstück weiter zum Gipfel gingen habe ich erst nach einer ganzen Weile gemerkt, dass ich meinen Hut in einer Felsspalte vergessen hatte. Nun ja wir mussten den gleichen Weg wieder zurück und ich habe ihn wiedergefunden. Das hätte mir gerade noch gefehlt das ich meinen geliebten Hut aus Dusseligkeit verloren hätte, aber ich hatte Glück das der teilweise recht heftige Wind ihn nicht fortgeweht hat und er noch an derselben Stelle lag.
Wieder zurück am Abzweig führte der Weg weiter zu den eigentlichen Höhepunkten des Tongariro Crossing. Vorbei an unwirklich erscheinenden Red Crater hinunter zu den Emerald Lakes die durch ihre beeindruckende Wasserfarbe bestechen. Hier legen wir eine weitere Pause ein, schauen erstaunt auf kleine Spalten aus denen permanent Dampf austritt, „genießen“ die schwefelhaltige Luft und laufen durch den Central Crater zum North Crater weiter. Kurz vor dem Abstieg auf der Nordseite passieren wir noch den Blue Lake, der wiederum eine ganz andere Farbe besitzt als die Emerald Lakes. Der Abstieg beginnt mit einem gewaltigen Ausblick auf Lake Rotoaira und den riesigen Lake Taupo, der am Horizont zu erkennen ist. Die Wolken vom frühen Morgen haben sich alle aufgelöst und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Ich bin total happy und absolut froh darüber zwei Tage gewartet zu haben, denn diese Wanderung ist definitiv ein absoluter Höhepunkt meiner Zeit in New Zealand.
Der Weg fällt nun leicht ab und wir machen eine weitere Rast an der Ketetahi Hütte, an der wir über eine Stunde in der Sonne liegen und einfach wie viele andere Wanderer entspannen und unsere letzten Vorräte vertilgen. Beim folgenden Abstieg zum Parkplatz kommen wir noch an den Ketetahi Hot Springs vorbei. Hier entspringt ein kleiner Bach dessen Wasser aber in einem kleinen Pool kocht und so stark dampft das man kaum das schwarze Wasser erkennen kann. Es riecht stark nach Schwefel und die umliegende Erde ist schwefelgelb. Der weitere Weg fällt dann steil ab, führt noch durch einen Wald der uns Schatten spendet, an einem Bach vorbei bis wir schließlich den Parkplatz erreichen an dem wir auf unseren Shuttlebus warten, der uns wenig später nach Turangi zurückbringt. Wir fühlen uns beide etwas müde, freuen uns auf eine Dusche und hatten einen phantastischen Tag in einer einmaligen, fast unwirklichen Gegend.