30. Tag (23. Februar 1999)

Abel Tasman NP

Abel Tasman NP

Abel Tasman NP

Abel Tasman NP

Bei Sonnenaufgang ging es raus aus den Federn oder genauer gesagt aus dem Schlafsack. Die Nacht über habe ich sowieso nicht so gut geschlafen und bin sogar irgendwann mitten in der Nacht aufgestanden und habe mich vor die Hütte gesetzt. Nach ein paar Minuten haben sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt und langsam wurde ein überragender Sternenhimmel sichtbar. Ich sah sogar zum ersten Mal eine Sternschnuppe leuchten.
Nach dem Aufstehen ging ich gleich in Richtung Bay und schaute mit dem Sonnenaufgang an, der hinter Wolken und Bäumen einen ganz eigenen Charakter hatte. Einige Bäume schienen regelrecht zu brennen und ihre Zweige setzten sich scharf vom leuchtend roten Himmel ab. Wenig später bin ich dann auch wieder aufgebrochen um heute noch mein Ziel zu erreichen. Der Weg zur Tonga Bay war weniger interessant und so habe ich diese Strecke zügig hinter mir gelassen, genauso wie einen Holländer, der mit mir an der Bark Hut gestartet ist. An der Bay angekommen galt es dem Weg weiter über den Onetahuti Beach zu folgen und an dessen Ende einen Fluss zu durchqueren. Das Wasser hatte seinen niedrigsten Stand und somit war es einfach den Fluss zu queren. Bei Flut geht an dieser Stelle gar nichts mehr. Das Wasser steigt um 4m und es gibt keine Möglichkeit diese Stelle zu umlaufen.
Weiter ging es zur Awaroa Lodge, der einzigen Stelle auf dem ganzen Weg der bewirtschaftet ist und an dem es Trinkwasser gibt. Dort machte ich erst einmal eine längere Frühstückspause und füllte meine Wasserflaschen wieder auf. Wieder frisch gestärkt lief ich weiter in Richtung Awaroa Inlet welches man auch queren muss. Es ist eine riesige Flussmündung bei deren Querung ich auch bei Ebbe die Schuhe ausgezogen habe und durchs Wasser gewatet bin. Der ganze Sand, der eigentlich bei Flut das Flussbett bildet war über und über mit Muscheln bedeckt. Entsprechend heikel war es auch Barfuß vorwärts zu kommen und ich benötigte eine dreiviertel Stunde um auf die andere Seite zu gelangen. Von dort folgte der Weg der Küstenlinie wieder annähernd geradlinig. Man musste noch zwei hübschen Stränden folgen bis ich schließlich Totaranui, meinen Zielort erreichte. Ich hatte noch jede Menge Zeit bis das Boot kommen sollte mit dem ich die Küste entlang wieder zurück nach Marahau fahren wollte. Somit verbrachte ich noch einige Stunden am Strand und schaute aufs Meer hinaus um Ausschau nach dem Boot zu halten. Schließlich kam es auch in Sicht. Doch erst jetzt nahm ich die starke Brandung richtig wahr, denn das kleine Boot schaukelte und rollte fürchterlich. Der Kapitän hatte einige Schwierigkeiten überhaupt den Strand zu erreichen und lief auf einem Zickzackkurs. In einem Inlet werde ich letzten Endes mit einem kleinen Beiboot abgeholt. Ein Ami der auf keinen Fall an Bord wollte hat mir noch sein Ticket verkauft und dann ging es los. Ich habe mich gleich ans Heck gesetzt um freie Sicht auf die herrliche Küste und somit auf einen Fixpunkt zu haben. Das 15m Boot hob und senkte sich um mehrere Meter und hatte viel Mühe überhaupt gegen die Wellen zu laufen und aus der Bucht wieder hinaus zu kommen. Richtig heftig wurde es aber immer dann wenn der Kapitän den Motor drosselte und Fahrt zurücknahm um bei den 3m Brechern nicht zu kentern. Denn das Boot wurde jedes Mal steil in die Höhe gehoben und schlug mit dem Rumpf so hart auf dem Wasser auf, dass der ganze Schiffsrumpf erzitterte um gleich wieder in die Höhe gerissen zu werden. Nach 3 Stunden und einem ziemlich lauen Gefühl im Magen war ich wieder am Ausgangspunkt. Wieder zurück im Barn Backpacker habe ich mich erst einmal aufs Bett gelegt. In den letzten zwei Tagen waren es nun doch annähernd 45Km zu Fuß, aber es war toll und ich will es nicht missen.