21. Tag (14. Februar 1999)

Queenstown

Morgens ging es wieder mit dem Bus zurück nach Queenstown. Auf der Fahrt dorthin habe ich mich schließlich doch noch dazu entschlossen einen Bungy Jump zu wagen. Gleich nach meiner Ankunft habe ich mich zur AJ Hackett Bungy Station im Zentrum begeben und einen Sprung gebucht. Gegen Nachmittag bin ich und 7 Andere mit einem Kleinbus zur Kawarau Bridge gefahren worden. Ich dachte es wird wohl am besten sein gleich als Erster zu springen um den anderen entspannt zuschauen zu können. Nach der Anmeldung wurde ich gewogen und das Gewicht auf meine Hand gemalt. Einige andere obligatorische Dinge wurden noch erledigt und ich war auf dem Weg hinaus zur Brücke. Meine innere Anspannung war erstaunlicherweise größer als beim Fallschirmspringen, besonders als an meinen Füßen der Befestigungsgurt angebracht wurde und ich diese nicht mehr auseinanderbrachte. Auf die Frage ob ich ins Wasser eintauchen will antwortete ich natürlich mit einem JA, den nur hier an der Kawarau Bridge besteht diese Möglichkeit. Als ich gleich darauf an der Kante stand und ich so hinunter schaute legte sich meine Anspannung wieder sehr schnell. Es sieht gar nicht so hoch aus und ist ja auch nur die vierfache Höhe eines Sprungturms im Freibad!
Ich springe nach vorne, mit dem Kopf voraus ab und das Gefühl des freien Falls stellt sich wieder ein, endet aber schon nach ein bis zwei Sekunden und das Gummiseil dehnt sich. Tauche mit den Armen und dem Kopf im Fluss ein und werde wieder in die Höhe gerissen, liege am oberen Punkt waagrecht in der Luft und falle erneut, leider aber nicht mehr so tief. Das Schlauchboot fährt heran, ich werde abgelassen und greife nach der Stange, die mir entgegengestreckt wird. Nun werde ich endgültig ins Boot abgelassen und es ist vorbei!
Als ich wieder zur Brücke hinaufgelaufen bin und den Anderen zugeschaut habe hat es mich doch sehr gereizt noch mal zu springen. Ich schaute mir noch das Video an welches gemacht wurde und entschied mich fürs gleiche Geld lieber einen zweiten Sprung zu machen und aufs Video zu verzichten. Ich will noch tiefer ins Wasser eintauchen und nochmals den „Kick“ zu verspüren. Deshalb springe ich nicht, sondern lasse mich einfach nach vorne in die Tiefe fallen. Die Wasseroberfläche kommt schnell näher ich tauche bis zur Hüfte ein und werde wieder in die Höhe gerissen. Das Blut läuft wieder langsam in den Kopf und alles war wie beim Ersten Mal.
Was nun aber besser ist, ein Sky Dive oder ein Bungy Jump, kann ich immer noch nicht sagen. Beides hat seine Vorteile und Reize. Beim Bungy ist die Überwindung beim Absprung größer, dafür ist der freie Fall viel zu kurz, aber der „Kick“ wiederum größer. Beim Sky Dive ist der freie Fall durch nichts zu überbieten, die Zeit am Schirm dagegen fast schon langweilig. Nun ja, was soll ich sagen? Keine Ahnung was besser ist!