20. Tag (13. Februar 1999)

Milford Sound - Südinsel

Milford Sound - Südinsel

Milford Sound - Südinsel

Am Morgen bin ich nun zu einer Tour zum Milford Sound aufgebrochen. Es ist traumhaftes Wetter, was ziemlich ungewöhnlich ist, da es über 250 Regentage am Sound gibt. Der Bus ist also auf seinem Weg. Nachdem die Straße den 325 km2 großen Lake Te Anau verlassen hat fahren wir in dem Fjordland National Park und die Landschaft ändert sich ziemlich abrupt. War bis dahin weites Land mit sehr viel Weidefläche zu sehen wird das Tal nun schmal und die Berge zeigen sich nun schroff und felsig. Der Bus hält an einigen Stellen und wir steigen aus, machen ein paar Bilder und genießen einfach die Aussicht, schließlich erreichen wir Homer Tunnel, der das Felsmassiv durchsticht und zum Milford Sound hinunterführt. Der Tunnel selbst ist schon ein Erlebnis. Er ist Einspurig und ohne Beleuchtung. Zudem besitzt er ein starkes Gefälle und ist einfach aus dem Granit herausgesprengt, so dass überall das Wasser von der Decke tropft. Aber als wir auf der anderen Seite aus dem Tunnel heraus kommen breitet sich eine tolle Landschaft vor und aus und die Straße windet sich in einer Vielzahl von Serpentinen hinab zum Sound. Wir machen noch einen kurzen Stopp am Chasm Walk. Hier stürzt ein Fluss über mehrere Stufen in die Tiefe und hat im Verlauf der Zeit regelrecht Löcher in die Felsen gebohrt durch die das Wasser heute sich durchzwängt und sich immer tiefer eingräbt. Auf dem Weg dorthin lerne ich noch drei Mädels aus Berlin kennen die auch mit im Bus sind.
Am Milford angekommen geht es gleich direkt vom Bus an Bord der „Friendship“, einem kleinen Schiff mit dem wir unsere Fahrt machen. Es wimmelt nur so von Bussen und Touristen, aber auf dem Boot verläuft es sich ein wenig. An Bord stehe ich mit den Mädels zusammen und genieße Fahrt hinaus in Richtung Meer. Die Landschaft ist noch viel gewaltiger als es auf einer Postkarte zu erkennen ist. Der ganze Fjord wird vom Mitre Peak dominiert, der 1.700m direkt aus dem Meer aufsteigt und dessen Spitze steil in den Himmel ragt. Einige Wasserfälle auf dieser Seite waren leider ausgetrocknet, aber ich bevorzugte lieber das schöne Wetter. Als wir unseren Wendepunkt in der Tasman Sea erreichten habe ich noch einen Happen zu mir genommen um beim Hineinfahren wieder am Bug des Bootes stehen zu können. Auf der anderen Seite des Fjords, an der wir nun entlang fuhren befinden sich die Stiring- und vor allem die beeindruckenden Bowen Falls, die das ganze Jahr über Wasser führen. Das Wasser fällt zwischen 140 und 160m direkt ins Meer. Auch die Steilwand am Mt Cion, die wir zwischen den beiden Wasserfällen passiert haben wirkt gewaltig. Die Wand ragt 600m senkrecht aus dem Wasser empor und wenn man nah genug ist entsteht der Eindruck als ob die ganze Wand überhängt und gleich umkippt. Auf der ganzen Fahrt habe ich mich gut mit den Mädels unterhalten und wir hatten viel Spaß zusammen, wieder im Hafen wollten wir noch kurz zu Fuß zu den Bowen Falls laufen, die gerade mal 5 Minuten vom Anleger entfernt sind, aber es war leider keine Zeit dafür und wir mussten direkt wieder in den Bus steigen. Leider ein kleines negatives Ereignis an einem ansonsten traumhaft schönen Tag.
Wieder zurück in Te Anau traf ich dann noch Cosette, eine Irin, die ich schon am Franz Josef Gletscher getroffen habe. Sie ist auch in diesem Homestay abgestiegen und bleibt allerdings noch etwas länger als ich. Meinen Vorschlag noch baden zu gehen nahm Sie spontan an und so waren wir noch ein bisschen baden im Lake Te Anau. Das Wasser war sehr erfrischend und genau das richtige nach einem heißen und anstrengenden Tag am Milford Sound.