14. Tag (07. Februar 1999)

Westküste - Südinsel

Am frühen Morgen ging es nun los. Der „Magic Bus“ bringt mich zu den Gletschern weiter im Süden und ich hoffe wir bekommen noch einiges zu sehen auf dem Weg dorthin. Der Bus ist rappelvoll was ich gar nicht erwartet habe. Es sind ca. 40 Leute und davon sind sogar einige mit Koffern unterwegs. Ich glaube es einfach nicht. Der Individualtourismus wird zum Massenphänomen!!
Na ja, wie auch immer, wir verließen heute Morgen Greymouth auf dem State Highway 6, einer ungewöhnlichen Strecke. Die Überquerung einiger Flüsse hatte schon etwas Besonderes, denn die Brücken sind alle Einspurig und es kommt vor das man sich diese auch noch mit der Eisenbahn teil. Im Verlauf der Fahrt machten wir noch einige Stopps. So auch in Ross, einer alten Goldgräberstadt in der heute noch eine Mine existiert. Es war aber nicht so aufregend, einige der Mitfahrer haben noch Gold gewaschen an einem Touris-Center mit eingebauter Garantie, dass sie auch etwas finden!
In Franz Josef Village angekommen habe ich mich gleich auf den Weg zum Gletscher gemacht. Der Weg dorthin führte am Gletscherfluss entlang durch Regenwald hindurch immer weiter bis zum Gletschermund. Je näher ich den Eismassen kam desto kühler wurde es. Der Fallwind vom Gletscher tat sein Übriges dazu. Es ist schon imposant direkt vor der Gletscherzunge zu sitzen und die gewaltigen Massen von Eis vor sich zu sehen, die mitten im Regenwald liegen. Als der Abend sich nähert wird es wieder Zeit zur Umkehr und der Himmel zieht sich ebenfalls immer mehr zu. Ich entschließe mich aber trotzdem den für Wanderer geschlossenen Weg zurück zum Village zu nehmen. Es war eigentlich eine gute, wie schlechte Entscheidung. Mit dem Wissen das diesen Weg Niemand außer mir benützt war es schon ein bisschen gespenstisch, zumal der Pfad schon stark von Moos und Regenwald überwuchert wurde. Nach einer Stunde wusste ich zudem auch warum der Weg geschlossen war. Ein großer Erdrutsch hat den ganzen Weg weggerissen und es ging vor mit nur noch steil hinab zum Fluss. Ich stand jedoch nicht so hoch über dem Fluss, dass es gefährlich hätte werden können und somit gab es keine andere Wahl, so dass ich mit ein bisschen Mühe auch dieses Stück überquert habe. Kurz vor meinem Ziel habe ich auch noch den falschen Weg erwischt und musste wieder eine viertel Stunde zurück. Fand aber die richtige Abzweigung auch beim zweiten Mal nicht und entschied mich schließlich zum Fluss hinabzusteigen und im Flussbett das letzte Stück zurückzulaufen. Ich war froh als ich nach insgesamt 5 Stunden strammen Fußmarsch wieder im Backpacker war. Weg war nicht ohne, aber auf jeden Falls aufregender als der staubige Fahrweg, den ich auf dem Hinweg ein großes Stück gelaufen bin.