35. Tag (19. September 1997)

Hey, es ist unglaublich! Wir sind doch mehr organisiert als ich gedacht habe. Aus dem allgemeinen Chaos fügt sich doch in irgendeiner Weise ein Plan zusammen. Gestern Abend hatten wir noch jede Menge Spaß als die Schauer vorüber waren. Grillen über offenem Feuer und irgendwelche Lieder schmettern, bzw. grölen. Das Meeresrauschen sozusagen als Backround. Die Leute aus den zwei anderen Autos waren zwar viel besser organisiert, aber bei uns herrschte die beste Stimmung.
Am Morgen sind wir alle früh raus, weil wir unbedingt noch bei Niedrigwasser weiter nach Norden mussten, denn während der Flut ist der ganze Strand im nördlichen Abschnitt überschwemmt und unpassierbar.
Beim Point Wabby haben wir erst einmal auf dem Campground unseren ganzen Kram gewaschen und wieder in Ordnung gebracht, nachdem wir im Prinzip alles nur so wie es war ins Auto geworfen haben.
Point Wabby war unsere erste Station am heutigen Tag und ich muss sagen das 4WD fahren einfach irre Spaß macht, besonders wenn es durch weichen, tiefen Sand und andere schwierige Passagen geht. Der Motor heult und unser dreieinhalb Tonnen Toyota kämpft sich durch. Eine tolle Erfahrung! Auch die Bach Durchfahren am Strand sind richtig cool, wenn auf beiden Seiten das Wasser nur so spritzt und man die Scheibenwischer wie bei einer Rallye hochjagt.
Baden in den Champagne Pools war sicherlich das Erlebnis für heute. Es sind Pools die von Felsen umgeben sind und bei Flut schwappen Wellen hinein. Es war die erste Möglichkeit sich den Sand abzuwaschen. Sand ist hier einfach überall, selbst im Essen. Es ist einfach nicht zu vermeiden, aber schließlich ist es ja auch die größte Sandinsel der Welt. Am Indian Head, sicherlich der beste Aussichtspunkt auf der Insel, haben wir darauf gewartet bis die Flut den Strand wieder frei gegeben hat und der Abschnitt damit wieder befahrbar war. Zur Unterhaltung haben einige Haie, Delphine und ein Manteray (ich glaube in Deutsch heißt es Rochen!) beigetragen. Auch einen Seeadler konnten wir in der Luft kreisen sehen. Wildlife pur!
Weil die Pinnacles so „wahnsinnig“ aufregend waren (fünf Meter Fußweg) sind wir noch eine zehn Kilometer lange Strecke zum Lake Allom gefahren. Da ich hinter dem Lenkrad gesessen bin, war es absolut super. Die Kiste hat aber so viel gesoffen, dass es wohl einen Strudel im Tank gab und wir noch Sprit nachfüllen mussten, nachdem wir am Abend wieder unsere Zelte am Strand aufgeschlagen hatten. Der zweite Tag ist fast schon vorbei und die Fraser Tour könnte von mir aus jetzt erst beginnen. Fraser Island ist einmalig! 4WD ist Spaß pur, einfach klasse!