17. Tag (8. Wochenende 26. April 1997)

Um 8.00 Uhr sind wir aufgebrochen und haben unsere erste Wanderung auf den Pinnacle gestartet. Der Weg führte uns durch den “Grand Canyon” und weiter durch die “Silent Street” hinauf zum Gipfel. Der “Grand Canyon” war eine kleine, aber schroffe Schlucht in der ein Bach floss. Es ging am Ende mit Hilfe von Leitern und Treppen wieder aus dem Sandstein hinaus. Der Weg bis zur Silent Street war ein normaler Wanderweg durch Gum Trees. Die Street war aber wieder eine Schlucht. Eigentlich eher eine Spalte, durch die man sich durchzwängen musste. Also dicke Leute hätten dort sicherlich Probleme bekommen, weil ich schon fast an beiden Seiten angestoßen bin.
Auf dem Gipfel war es dann aber super. Wir waren alleine, der Ausblick auf Halls Gap war toll und der Felsvorsprung, der den Gipfel darstellte war ziemlich spektakulär. Es ging auf allen drei offenen Seiten senkrecht hinunter, es war aber mit einem Gitter gesichert. Der Punkt von dem man aber das Gipfelfoto gemacht hat war es nicht, und der war nicht minder spektakulär.
Nach unserem Frühstück auf dem Gipfel sind wir wieder abgestiegen, und waren wirklich froh schon oben gewesen zu sein, weil uns Horden von Touris entgegenkamen. Die Zahl dieser Leute stieg verblüffender Weise nicht langsam an, sondern eher schlagartig an. Wie wenn unten irgendjemand eine Schranke geöffnet hätte oder ein Bus angekommen wäre.
Nach einer weiteren Pause am Auto sind wir danach zum Parkplatz des Mount Rosea gefahren und haben unsere zweite Wanderung gemacht. Wieder ging es über 400 Höhenmeter über die Grand Stairway hinauf auf den Mount Rosea. Die Stairway war wirklich wie eine riesige Treppe. So haben wir rasch an Höhe gewonnen und konnten einen tollen Ausblick auf dem Weg nach oben genießen. Der Weg führte dann oben, immer noch leicht ansteigend, auf einem Hochplatto bis zum Gipfel. Das tolle daran war, dass man auch in die andere Richtung der Grampians schauen konnte, weil der Mt. Rosea wesentlich höher ist als der Pinnacle. Es waren zum Glück auch nicht so viel Touries unterwegs, und so konnten wir nun unser Lunch ganz gemütlich bei einer phantastischen Fernsicht und traumhaften Sonnenschein genießen. Der Abstieg war am Nachmittag nicht mehr so spektakulär. Der Weg führte auf der anderen Seite durch den Wald wieder zurück zum Auto.
Als wir dort angekommen sind gab es auch noch eine angenehme Überraschung. Wir haben nämlich die anderen Praktikanten vom Bosch getroffen, die auch dieses Wochenende in den Grampians waren. Sie waren auf dem Weg zurück nach Halls Gap, weil sie von dort aus am Morgen aufgebrochen sind. Wir konnten sie noch mit Cola und Wasser stärken, bevor sie weitergelaufen und wir nach Halls Gap ins Hostel zurückgefahren sind.
Am Hostel kam es kurz vor Abend noch zu einem ganz besonderen Schauspiel. Wie auf Kommando sind hunderte von Cockatoo Papageien von den Bäumen hochgeflogen und mit lautem Geschrei in Richtung Berge verschwunden.