31. Tag (14. Wochenende 07. Juni 1997)

Rutherglen - Vic

Rutherglen - Vic

Um zirka 7.30 Uhr bin ich schon aufgewacht und als ich den Kopf zur Tür hinausgestreckt habe, hat sich mir ein wunderbares Szenario geboten. Das Licht der aufgehenden Sonne schien auf eine Nebelschicht, welche sich über Nacht in Bodennähe gebildet hatte und tauchte die Landschaft in ein tolles Licht. So gut, dass ich mich einfach nicht halten konnte, mir meine Kamera schnappte und nur im Schlafanzug für fast eine halbe Stunde bei feuchter Kälte draußen herumgelaufen bin. Es war eine ganz einmalige Stimmung. Der ruhig fließende Murray River hinter dem Haus, der Nebel über den Feldern, die Vögel mit ihrem Geschrei, die aufgehende Sonne, die von ihr angestrahlten Wolkenfetzen und die absolute Einsamkeit. Danach habe ich mich aber schleunigst wieder ins Bett verkrochen und mich noch eine Stunde aufs Ohr gelegt.
Nach einem guten und ausgiebigen Frühstück sind die beiden Frauen mit mir losgefahren und haben mir die umliegenden Dörfer mit ihren alten Häusern gezeigt. Es gab dort auch viele schöne Läden mit handgemachten Sachen, durch die wir ausgiebig geschlendert sind. In diesen Läden hätte man sich eine Wohnung richtig mit Geschmack einrichten können, das nötige Kleingeld natürlich vorausgesetzt. Nach einem Kaffee und einem Kuchen waren wir gegen Abend wieder zurück. Zu unserer Überraschung hatten die Männer einen halben Sack voll Süßwasser Hummer gefangen, und auch schon gekocht. Nach dem Essen gab es sozusagen als krönenden Abschluss die Fußkrebse. Das war eine Delikatesse! Und nach drei großen Krebsen habe ich nicht mehr gekonnt, und ich habe mich noch zu einem Nachtspaziergang entschlossen. Zuerst dachte ich, es wäre stockdunkel, weil kein Mond zu sehen war. Aber nach gut zehn Minuten hat das schale Licht der Sterne ausgereicht und ich war gut eine Stunde unter dem Sternenhimmel in der Umgebung unterwegs.