9. Tag (16. Februar 1996)

Durban

Durban

Was ist heute los? Es regnet nicht! Im Gegenteil die Wolken zeigen Lücken und es ist wesentlich heller als gestern. So viel zum Wetter. Ätzendes Thema!

Gestern abend habe ich noch ganz spontan eine Tour hier im Backpacker gebucht. Fragt mich bitte nicht was für eine. Ich habe keine Ahnung und lasse mich einfach überraschen. Ich weiß nur so viel, daß es irgendwas mit Kultur und Landschaft zu tun haben soll.

Ja, wir sind dann zu einem Kloof, sprich Canyon gefahren. Der war faszinierend. Bis in den kleinsten Winkel komplett grün und bewachsen. Und dazwischen ein Fluß, der sich über große Wasserfälle in die Tiefe stürzte. Danach haben wir ein touristisches Zulu Village besucht. Dort haben einige Zulus ihr traditionelles Leben einem erklärt und ein paar ihrer Tänze aufgeführt. Und zum Abschluß waren wir dann noch im Rainbow, einem relativ berühmten Restaurant in dem sich früher schwarze Bürgerrechtler getroffen haben. In diesen Lokal haben wir dann auf traditionelle Weise afrikanisch gegessen. So richtig mit den Fingern. Das ist schon eine ganz andere Eßkultur. Es hat aber trotzdem phantastisch geschmeckt und danach konnte bzw. musste man sich die Finger lecken. Es gab diesen „berühmten“ weißen Maisbrei und dieser wurde dann mit den Fingern in eine schwer zu definierende verkochte, scharfe Gemüsesoße getaucht und gegessen. Dazu gab es noch Schweinefleisch und Hähnchen, was man natürlich auch mit Gottes Eßbesteck in sich hineinschaufelte.

Auf dem Rückweg sind wir noch an einem Township vorbeigekommen. In solch einem Township gibt es nichts. Keine Straßen, keine Kanalisation, kein Strom und keine Ordnungsmacht. Nur wild zusammengewürfelte Hütten.
Und was ist nun? Was soll auch schon sein. Es regnet !!!!