2. Tag (09. Februar 1996)

Ich bin angekommen. Hier in Jo’Burg. Der Flug war totale Scheiße. Wir hatten Turbulenzen über Stunden hinweg, es war total eng und bescheidene Luft. Deshalb habe ich kaum geschlafen und bin jetzt ziemlich müde. Dafür lief es hier am Airport ganz gut. Ich habe alles bekommen, was ich wollte. Von der Telefonkarte über Briefmarken bis zu dem ganzen anderen Zeug was man sonst noch so braucht. Aber das telefonieren ist hier schweine teuer. Die Minute nach Deutschland kostet zwischen 6,— und 8,— DM. Viel vergnügen! Na ja, das Wetter ist fein, total heiß, heute morgen schon 26° C. Jetzt werde ich noch nach einer Busverbindung in die City Ausschau halten.

So, so nun bin ich in der Jugendherberge in Jo´Burg und hier mußte ich gleich so einiges erfahren. Das Hostel ist auch mit NATO-Stacheldraht und 380 V Elektrozaun gesichert. Die Leute hier hielten mich für verrückt, weil ich vom Rutanda Transportation Center hierher gelaufen bin. Ein Zimmergenosse hat mir dann gleich erzählt, daß er gestern Nacht Schüsse gehört hat. Aber das Hostel ist voll in Ordnung und die Leute sind sehr nett. Man kann sich hier sehr viel organisieren lassen, wie ich schon erfahren habe. Heute werde ich wohl nicht mehr viel machen und morgen sicherlich auch nicht. Es ist schon eine wahnsinnige Umstellung. Ich bin schon wieder demoralisiert. Jo´Burg ist absolut gefährlich, so daß ich wahrscheinlich so schnell wie möglich hier verschwinde und zusehe das ich nach Cape Town komme. Aber die Busse fahren hier sehr unregelmäßig, so daß ich wahrscheinlich erst übermorgen weg komme. Ich brauche aber sowieso noch Zeit zum relaxen habe ich festgestellt.

So wie ich das in Moment sehe ist der Kruger National Park auch gestorben. Ich habe einfach keinen Schwung in Moment und ein tierisches Halsweh plagt mich auch noch! Aber manchmal glaube ich das solch eine Reise immer so anfangen muß, oder? Na ja, vielleicht ist das auch nur Selbstzweck.