12. Tag (19. Februar 1996)

East London

East London

Ich hatte schon gedacht ich hätte meine Kamera vergessen, als wir heute kurz nach East London gefahren sind um Geld zu holen. Aber es stellte sich dann heraus, daß es nichts zu fotografieren gab und ich doch froh war die Kamera nicht mitgenommen zu haben.
Im Moment bin ich wieder in Backpacker, kuriere weiter an meinem Sonnenbrand und nutzt die Zeit um meine Postkarten zu schreiben. Ich hoffe, daß ich morgen wieder an den Strand kann, wenigstens mit einem T-Shirt. Das Wetter heute tut mir richtig gut. Der kühlende Wind für meine strapazierte Haut, die Sonne und die Wärme für meine Seele. Ich genieße richtig den Sommer und den atemberaubenden Ausblick auf die Beach und den Indischen Ocean. Ja, ja, der Indische Ocean. Es ist der 3. Ocean den ich nun in weniger als 18 Monaten gesehen und worin ich gebadet habe. Vielleicht ist der letzte der großen Drei auch der Schönste. Die Küste und die Beaches jedenfalls hier in South Africa sind klasse. Er ist aber sicherlich der wärmste Ocean. Ich könnte hier stundenlang sitzen und aufs Meer schauen. Es ist einfach faszinierend zu sehen wie die Wellen heran rauschen. Es wirkt oder es ist so lebendig mit einer ungeheuren Kraft und Frische. Was ich auch schon gesehen habe sind ungeheure Mengen von Muscheln am Strand. Dazu dann noch in einer Vielfalt wie man es sich kaum vorstellen kann. Es gibt hier Stellen, da liegen die Muscheln über einige Quadratmeter bis zu 20 – 30 cm hoch am Strand.

Irgendwie fühle ich mich in den Backpackern hier in South Africa fehl am Platz. Die ganzen Leute, die ich bis jetzt getroffen habe sind wirkliche Backpacker. Von einen habe ich den Paß gesehen. Der Paß war komplett voll mit irgendwelchen Einreisestempeln. Und ich dann mit meinen zwei kleinen Reisen dazwischen. Da kommen mir meine Erfahrungen und Erlebnisse irgendwie wie ein Furz vor, wie Nichts im Vergleich. Hier sind einige die schon oft in Süd Amerika waren und das verblüffende an der Sache ist das diese Leute behaupten, daß es dort wesentlich einfacher zu reisen sei als hier in South Africa. Ich kann mir das kaum vorstellen, aber schließlich müssen die es ja wissen.