5. Tag (10. September 1994)

Niagara

Nachdem ich nun zu ersten Mal mit dem Greyhound gefahren bin und die Nacht im Bus verbracht habe sitze ich nun an den Niagara Fällen. Absolut gigantisches Erlebnis. 2.850 m3/s Wasser schäumen auf und bieten ein beeindruckendes Bild. Später versuche ich noch auf die kanadische Seite zu wechseln, um die Totale zu erleben.
Ansonsten habe ich heute morgen für eine Nacht in das Hostel eingecheckt und will morgen nach Chicago (14 Stunden) weiter. Dort gibt es aber kein Hostel. Das hat mich heute morgen schon ganz schön beschäf-tigt, weil man mit dem Bus einfach an Fahrpläne gebunden ist. Das Wetter ist zwar heiter, aber nicht gerade warm, so daß ich jetzt mal zusehe, daß ich in den Westen komme. Aber das ist so verflucht weit!!!
Manchmal denke ich habe zwei Fehler gemacht. 1. Ich bin alleine hier. Alles was ich mache findet keine Anerkennung und die braucht doch jeder. 2. Ich bin mit dem Bus unterwegs. In einer Stadt angekommen ist man zu Fuß völlig aufgeschmissen. Ich weiß echt nicht wie es weitergehen soll. Urlaub auf Key West, weiter nach Salt Lake City und Auto mieten, oder ein bißchen mit Greyhound rumgurken und zurück nach New York Shopping und heim? Aber scheiß kaltes Wetter in Deutschland. Wohl kaum! Tja, wenn die Sache damals mit Walter und Co. geklappt hätte, daß wäre es gewesen! — Scheiß Philosophie, die hilft mir jetzt auch nicht weiter. In 90 Minuten macht die Jugendherberge wieder auf und ich kann hof-fentlich mal wieder duschen. Die Sache mit meinem Magen wird glaube ich auch wieder besser.
Ja, gerade habe ich mir 2 Jeans zugelegt, so daß das Problem des Waschens nun auch wieder um ein paar Tage verschoben ist. Ich hoffe nur, daß die Neuen nicht anfangen zu färben. — Und im Moment bin ich bei der 2. Lösung wie ich weitermache. In Moment steht diese Lösung zu 80% fest. Nur noch über die Länge bin ich mir noch nicht bewußt. Na ja mal abwarten.