4. Tag (09. September 1994)

Heute morgen bin ich wieder ausgecheckt in New York und zum Timesquare gefahren um mein Greyhoundticket anzubrechen. Als ich aus dem Hostel rausgelaufen bin hatte ich das erste mal das Ge-fühl, daß meine Reise beginnt. Aber jetzt weiter im Text! Also mein Bus geht heute abend um 23 30 Uhr nach Buffalo und kommt morgen früh an. Zum Glück konnte ich hier an der Greyhoundstation mein Ge-päck bis heute abend einlagern, denn im Hostel ist um 11 00 Uhr Checkout Time. Na mal sehen, was ich heute noch in New York mache.
Es ist furchtbar hier, in der ganzen Stadt gibt es keine Bank, wo man sich hinsetzen kann. Ich schreibe gerade hier auf dem Fußboden.
Nun schreibe ich in einem McDonalds weiter, nachdem ein Cop gemeint hatte, daß auf dem Boden sitzen nicht erlaubt sei. Ich weiß gar nicht, was ich noch die letzten 11 Stunden in New York anfangen soll. Mein Magen hat sich in Moment jedenfalls wieder etwas beruhigt, ich wünsche mir, daß das so bleibt. Man hat hier in New York den Eindruck, daß alle und alles nur nach einem Motto leben: “bigger is bet-ter”, es ist einfach unglaublich. Mal sehen ob ich noch eine Geburtstagskarte finde, bevor ich hier endlich raus komme.
Es ist jetzt 20 00 Uhr, nachdem ich diesen Tag mehr oder weniger verplempert habe, warte ich nun immer noch auf meinen Bus. Wie es aussieht habe ich meine vorläufigen Pläne geändert und fahre von Buffalo wohl gleich in den Westen und nicht nach Florida, denn dann habe ich wenigstens das schon gesehen, was ich auf jeden Fall mitnehmen will, den Westen. Und kann, wenn es mich vollends ankotzt mit ruhigen Gewissen nach 6 bis 8 Wochen wieder heimjeten. Das hört sich nach den 3. Tag wohl eher lächerlich blöde an, aber dieser Trip hat mich noch nicht überzeugt. Aber ich hoffe, daß der Knoten noch platzt, denn sonst wäre es bis jetzt die größte Pleite meines Lebens.