31. Tag (06. Oktober 1994)

Tijuana, Mexiko! Nachdem ich ohne meinen Paß oder sonst etwas zu zeigen nach Mexiko gelaufen bin stand ich also sozusagen mitten drin. In dem geschäftigen Treiben, wo alle 5 Meter ein Schlepper versucht hat, mich in seinen mit Gold – und Silberschmuck, Lederwaren, Teppichen, aztekische Kunstgegenstände und Souvenirs überfüllten Laden zu zerren. In dieser überall sichtbaren Armut, in diesem Schmutz, in dieser von 1.000 Gerüchen getränkten Luft, in diesen von düsterem Licht durchfluteten Gassen und Basa-ren, in denen Fleisch, Gemüse, Früchte, Käse, Nüsse und noch vieles mehr offen ausgebreitet da lag und sich die Fliegen daran labten. Und in diesem chaotischen Verkehr mit seinem ganzen Lärm. Ja, nun stand ich da und versuchte dieses unbegreifliche und fremdartige Geschehen zu begreifen. Aber es blieb mir unbegreiflich und ich verspürte wieder eine gewisse Erleichterung, als ich nach Paß – und Gepäckkontrolle wieder in den Staaten zurück war.