25. Tag (30. September 1994)

Arizona

Arizona

Das war die schrecklichste Nacht seit langem. Es war eiskalt und wahnsinnig feucht im Auto, so daß ich ziemlich froh war um 5 00 Uhr wieder aufstehen zu können. Dafür wurde ich dann auch mit einem sagen-haften Sonnenaufgang über dem Grand Canyon belohnt. Zudem hatte ich das wahnsinnige Glück einen Schlafplatz in der Phantom Ranch am Colorado zu ergattern. Es hat also doch auch Vorteile, wenn man alleine ist. Also jetzt bin ich mal gespannt! Das Wetter scheint auch wieder besser als gestern zu werden, als es doch einige Schauer gab. Ja wer sagt es denn: “Wenn Engel reisen”!
Das ist er! Der Colorado River und ich bade meine Füße in seinen kalten, grünen Fluten. Nach einem dreistündigen Abstieg über den Kaibab Trail bin ich also im 1.350 m tiefen Canyon angekommen und jetzt weiß ich gar nicht mehr was ich schreiben soll.
Das Wasser rauscht hier in kleineren Stromschnellen nur so vorbei und ich könnte hier stundenlang sitzen und ins Wasser starren. Das Wetter oder besser das Klima hier unten ist um ein vielfaches angenehmer. 320 C, Sonnenschein, leichtes Windsäuseln, das glitzernde und rauschende Wasser und zu alledem noch der grandiose Anblick des Canyon. Dazu fällt einem nichts mehr ein.
Als ich hier hinunter gelaufen bin gab es Augenblicke, da hatte man den Eindruck sich nicht in der Na-tur, sondern in einer Postkarte zu bewegen. Um so weniger ist es zu begreifen, daß die Amis diesen Fluß durch 6 riesige Staudämme, so groß wie der Hoover Damm, gezähmt haben. Ich will nicht getötet sagen.