24. Tag (29. September 1994)

Arizona

Nachdem ich also heute schon wieder 340 Meilen von Las Vegas zum Grand Canyon gefahren bin, mußte ich leider feststellen, daß dies hier eine totale Abkassiererei ist. Die wollten hier doch tatsächlich 100,— Dollar für die Übernachtung. So werde ich heute wohl auf dem Campingplatz im Auto schlafen.
Aber jetzt erst einmal der Reihe nach. Zuerst besuchte ich heute den 1935 erbauten Hoover Damm, der den Colorado zum Lake Mead aufstaut. Es ist schon ein phänomenales Bauwerk. 2 Millionen Kubikmeter Beton, so viel, das es für einen Highway von Los Angeles nach New York ausreichen würde. 225 m hoch, 221 m am Boden dick und 375 m lang. Schon sagenhaft!
Danach weiter über das letzte 120 Km langen Stück der Route 66. Auf der man wirklich verlassene Tankstellen und Service Stationen findet und wenigstens ein bißchen Nostalgie spürt von den 600.000 Menschen, die über diese Straße nach Californien gezogen sind.
Kurz nach 18 00 Uhr habe ich dann den Grand Canyon, nach obig beschriebenen Schock erreicht. Ich wußte ja, daß der Grand Canyon groß ist und ich hatte auch schon viele Bilder gesehen, aber im ersten Moment stockte mir der Atem. Die Schlucht tauchte aus den Nichts auf und ist soetwas von riesig, schön, beeindruckend und faszinierend, wie es kein Film, keine Postkarte und kein Foto wiedergeben kann. Ich hatte auch noch dieses riesige Glück 15 Minuten Sunset mitzuerleben. Es war eine ganz außergewöhnliche Stimmung durch die Regenwolken, den Nebel und die vorüberziehenden Schauer. Es war im Grunde ein-fach unbeschreiblich und das erste Mal, daß ich auf Grund einer Landschaft sprachlos war!