14. Tag (19. September 1994)

Nevada

Nevada

Heute ist der Tag der Größe! Als wir von Salt Lake City weggefahren sind, sind wir am größten Salzsee der Welt vorbeigefahren, haben die größte Salzwüste durchquert mit einer 47 Meilen langen Geraden, danach habe wir die endlos erscheinenden Weiten Nevadas durchstreift und in irgend so einem namenlo-sen Nest haben wir eine kleine Pizza gegessen, die wiederum so groß war, daß wir beide sie nicht ge-schafft haben. Danach sind wir so schnell, wie noch nie gefahren (110 mph) und hatten den Eindruck, wie wenn wir stehen würden. Wir überquerten mehrere Pässe, wobei einer 2.600 m hoch war und jetzt ist auch noch die nächste Tankstelle über 70 Meilen entfernt und unser Tank schon ziemlich leer. Außerdem sind wir dem letzten Auto so ungefähr vor einer dreiviertel Stunde begegnet. Na mal sehen, was heute noch so alles passiert, bevor wir heute abend in der Gegend des Yosemite Parks vermutlich ein riesengro-ßes Motel finden.
Ja es ist einfach unglaublich! Regen in der Wüste Nevada. Die Berge vor uns erinnern mich an den Song ‘Brother in arms’ in dem es heißt: “These mist covered mountains are a home now for me…”. Es ist eine absolut gespenstische Aussicht. Keine Menschenseele zu sehen, die total diesigen Berge, unbeschreiblich Weite, die endlose Telefonleitung an der Straße entlang. 46 Meilen bis zur nächsten Ortschaft, Regen und eine gegen Ende kriechende Tanknadel. Die Spritwarnanzeige hat sich auch schon gemeldet, ist aber wie-der ausgegangen. Also doch noch einmal Hoffnung?
Gerade sind wir an Warm Springs vorbeigefahren. Eine Wegkreuzung, eine geschlossene Bar und ein verfallenes Wohnhaus. Das war alles, und so etwas ist hier in den Karten als Ortschaft eingezeichnet. Na Bravo!
Wir haben es also doch noch geschafft. Es war zwar ziemlich haarig, aber mit dem, im wahrsten Sinne des Wortes, letzten Tropfen. Jetzt erst mal eine Kippe und einen Kaffee zur Beruhigung.
Heute abend haben wir es klasse getroffen. Wir übernachten hier mitten in der Pampa, das nächste Dorf ist ungefähr 30 Meilen von hier entfernt, in einem Casino mit angeschlossenem Motel für 16,— Dollar pro Person. Das Zimmer ist fast schon luxuriös, mit Bad, WC, Dusche, TV und einem riesigen Doppelbett. Die Einrichtung ist brandneu, dazu gibt es noch frische Handtücher, Seife und Duschgel für jeden. Au-ßerdem ist der Yosemite National Park nur 80 Meilen entfernt, den wir morgen besuchen wollen. Leider ist das Wetter hier recht kühl und regnerisch, aber das dämpft meine gute Stimmung in keinster Weise und ich bin schon tierisch gespannt auf San Francisco die Stadt, die 4 Zeitzonen und 4.800 Km von New York City entfernt ist.