10. Tag (15. September 1994)

Denver

Nachdem ich heute morgen ziemlich gerädert, nach einer kurzen Nacht in Denver angekommen bin, bin ich zum Hostel gelaufen und habe dort einen Deutschen getroffen, der hier schon 5 Monate in verschiede-nen Nationalparks wandert und klettert. War echt ein cooler Freak! Er hat Chemie studiert, jobt hin und wieder und geht jetzt öfters über Monate hinweg zum Klettern, um später dann einen Kletterführer für die Rocky Mountains zu schreiben und Diavorführungen zu veranstalten.
Na ja, danach bin ich erst einmal in die City von Denver. Das Capitol hier mit seiner echt vergoldeten Kuppel war das erste Gebäude was ich in Amerika gesehen habe, was so etwas wie Flair ausstrahlt. Da-nach zur US Mint. Absolut faszinierend wie Geld geprägt und hergestellt wird. In Europa wäre es unvor-stellbar dies als Tourist zu sehen.
Nun sitze ich in einem Drive thru McFress und freue mich jetzt schon auf mein Bett heute abend, denn ich bin total müde. Aber ich muß noch mein Souvenir zur Post bringen, denn meine ungeschnittenen Dol-lars kann ich nicht im Rucksack mitnehmen. Also Denver ist irgendwie doch ganz sympathisch. Es gibt hier sogar eine Fußgängerzone mit Bänken und schattenspendenden Bäumen. Denn das Wetter ist nach wie vor vom Feinsten, nicht ganz so schwül wie in St. Louis, aber bei einer Höhe von 1.600 m mit 25 bis 270 C ganz angenehm. Na klar muß ja auch so sein, wenn Engel reisen!
Gerade hätte ich mir einen Cowboyhut gekauft. Er hat mir durchaus auch gut gestanden, aber leider war die kleinste Größe einfach zu Big. Na ja vielleicht klappt es ja in Texas.